Was ist Urgetreide?

Urgetreide ist der Sammelbegriff für Getreidesorten, die die Hochleistungszüchtung des zwanzigsten Jahrhunderts nicht mitgemacht haben. Dazu zählen Einkorn, Emmer, Dinkel und Khorasan. Feste Kriterien gibt es nicht, der Begriff ist keine geschützte Bezeichnung. Gemeinsam ist diesen Sorten, dass sie weniger Ertrag bringen und dafür meist mehr Eiweiß und mehr Mineralstoffe je Gramm enthalten.

Eine verbreitete Annahme stimmt allerdings nicht: Urgetreide sei glutenärmer. Eine internationale Übersichtsarbeit von dreizehn Fachleuten aus acht Ländern kommt zum Gegenteil. Der Eiweißgehalt des modernen Brotweizens ist über die Jahrzehnte gesunken, der Stärkegehalt gestiegen. Alte Sorten enthalten deshalb mehr Eiweiß, mehr Gluten und mehr zöliakie-aktive Bindungsstellen. Dass manche Menschen altes Korn dennoch besser vertragen, ist beschrieben, aber nicht mit dem Gluten erklärbar. Als Spur gelten eher die Fruktane und die Art der Teigführung.

Anzeige

Hier folgt eine passende Produktempfehlung, sobald der Partner feststeht.

Quelle

Eine Studie misst viele Menschen und hält am Ende einen Mittelwert fest. Der beschreibt eine Gruppe – nicht dich, der du gerade nach einer Antwort für dein Leben suchst. Was für tausend Menschen im Schnitt stimmt, muss für den einen am Küchentisch noch nicht stimmen. Darum steht hinter jeder Quelle, wie belastbar sie ist und an wem sie erhoben wurde. Was davon zu dir passt, entscheidest am Ende du – oder die Fachperson, die dich behandelt und deinen Fall kennt.

Brouns et al. (2022): Do ancient wheats contain less gluten than modern bread wheat, in favour of better health? Nutrition Bulletin. DOI ansehen

Recherchiert über PubMed. Stand: 7. August 2026.