Müdigkeit nach dem Essen: Frau sitzt am frühen Nachmittag nachdenklich am Tisch

Müdigkeit nach dem Essen: Was im Körper passiert

Zuletzt aktualisiert: 2. August 2026

Es ist Viertel nach zwei, und ich fange dieselbe Aufgabe zum dritten Mal an. Wenn jetzt jemand hereinkäme und mich fragte, wie weit ich bin, könnte ich es kaum sagen. Vor einer Stunde habe ich gegessen, einfach das übliche Mittagessen aus der Kantine.

Lange habe ich mir solche Nachmittage als Schwäche ausgelegt. Ich müsste mich mehr zusammenreißen, dachte ich. Also kam Kaffee dazu, dann das offene Fenster und später noch ein Kaffee. Geholfen hat das selten. Meistens stand ich danach unruhig und trotzdem müde vor derselben Aufgabe.

Heute weiß ich, dass mein Körper mir in diesen Stunden etwas gezeigt hat. Ich habe nur lange an der falschen Stelle gesucht. Mein erster Verdacht fiel immer auf das Mittagessen.

Doch wie du dich danach fühlst, hängt ebenso davon ab, wie du geschlafen hast, wie viel du dich bewegt hast und wie viel Kraft dein Vormittag bereits gekostet hat.

Das Wichtigste in Kürze

Nicht nur der Teller entscheidet. Deine Müdigkeit nach dem Essen hängt auch an Schlaf, Bewegung und dem Vormittag davor.

Drei kurze Nächte reichen. Danach braucht dein Körper mehr Insulin für dieselbe Menge Zucker.

Zehn Minuten gehen. Deine Muskeln nehmen Glukose auf, sobald sie arbeiten.

Kein Sensor nötig. Bei Gesunden zeigen diese Geräte zeitversetzte und schwankende Werte.

Ärztlich abklären. Wenn dich fast jede Mahlzeit ausbremst oder Zittern dazukommt, gehört das in ärztliche Hände.

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Was nach dem Essen in deinem Körper passiert

Ein Teil der Kohlenhydrate aus deiner Mahlzeit wird zu Glukose zerlegt und gelangt ins Blut. Darauf antwortet dein Körper mit Insulin. Dieses Hormon bringt den Zucker aus dem Blut in deine Zellen, wo er als Energie genutzt oder für später gespeichert wird.

Lange habe ich mir solche Nachmittage als Schwäche ausgelegt.

Insulin erfüllt dabei eine ganz normale Aufgabe: Es sorgt dafür, dass die Energie aus deinem Essen dort ankommt, wo dein Körper sie gerade braucht. Entscheidend ist, wie stark der Blutzucker steigt und wie deutlich er danach wieder sinkt.

Bei manchen Menschen fällt der Wert zwei bis drei Stunden nach einer Mahlzeit sogar unter das Ausgangsniveau. Dieser Abfall heißt Glukose-Dip. Bei Gesunden bleibt er meist in einem Bereich, den der Körper selbst ausgleichen kann.

Trotzdem kann sich diese Veränderung bemerkbar machen. Die Augen werden schwer, der Kopf verliert an Tempo. Gleichzeitig schaltet dein Nervensystem nach einer größeren Mahlzeit stärker auf Verdauung um.

Früher habe ich diesen Moment als Störung erlebt. Heute sehe ich darin einen Hinweis darauf, dass mein Körper gerade mehrere Aufgaben gleichzeitig bewältigt.

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Warum dieselbe Mahlzeit unterschiedlich wirken kann

Irgendwann fiel mir auf, dass mich das Tief nur an manchen Tagen traf. An einem Dienstag kam ich kaum durch den Nachmittag, am Donnerstag lief die Arbeit fast von allein. Auf dem Teller hatte an beiden Tagen dasselbe gelegen.

Eine große Untersuchung zeigt, wie verschieden Menschen auf identische Mahlzeiten reagieren. Mehr als tausend Teilnehmer trugen Blutzuckersensoren und bekamen insgesamt über 8600 genau abgemessene Testmahlzeiten.

kaum Abfall tiefer Abfall Durchschnitt jeder Punkt ein Mensch, alle nach derselben Mahlzeit
Dieselbe Mahlzeit, tausend verschiedene Antworten. Die gestrichelte Linie ist der Durchschnitt – und er beschreibt keinen der Punkte.

Trotzdem verliefen die Kurven sehr unterschiedlich. Bei manchen fiel der Blutzucker zwei bis drei Stunden später deutlich ab. Bei anderen blieb er nach derselben Mahlzeit beinahe ruhig. Über die gesamte Gruppe hinweg zeigte sich vor allem ein Zusammenhang mit späterem Hunger und einer höheren Energieaufnahme.

Ein Mittelwert beschreibt eine Gruppe, aber selten den einzelnen Menschen. Wie dein Körper an einem bestimmten Tag reagiert, erkennst du am besten an deinem eigenen Muster.

Wie kurze Nächte bis zum Mittag nachwirken

Am meisten überrascht hat mich, wie schnell Schlafmangel die Verarbeitung einer Mahlzeit verändern kann. Gesunde Jugendliche schliefen in einer Untersuchung drei Nächte lang nur vier Stunden statt neun. Ihr Essen blieb gleich. Danach brauchte ihr Körper mehr Insulin, um dieselbe Menge Zucker zu verarbeiten.

Drei Nächte reichten aus, um die Insulinempfindlichkeit messbar zu verändern.

Ich kenne diesen Zusammenhang aus meinem eigenen Alltag. Abends blieb ich am Schreibtisch sitzen, und aus halb elf wurde regelmäßig halb eins. Nach drei oder vier solchen Nächten saß ich mittwochs vor meinem Mittagessen und suchte den Fehler in der Kantine. Was in solchen Nächten mit deinem Körper passiert, habe ich im Beitrag über besseren Schlaf ausführlicher beschrieben.

Häufig liegt die Antwort in einer kurzen Nacht, einem unruhigen Schlaf oder einem Kopf, der selbst im Bett weitergearbeitet hat.

Für mich ist das eine entlastende Erkenntnis. Ein müder Nachmittag sagt oft mehr über deine Erholung aus als über deine Disziplin.

Warum Müdigkeit zuerst im Kopf auffällt

Erschöpfung zeigt sich häufig zuerst beim Denken. Du liest denselben Absatz mehrfach, verlierst mitten in einer Aufgabe den Faden oder brauchst für eine kleine Entscheidung ungewöhnlich lange.

Wenn dein Körper gut erholt ist, läuft vieles im Hintergrund. Fehlt ihm Erholung, verlangt selbst Gewohntes mehr bewusste Aufmerksamkeit.

Wenn du morgens schon gerädert aufwachst, beginnt dieser Zusammenhang noch früher. Darüber habe ich im Beitrag über das geräderte Aufwachen geschrieben.

Was zwei Wochen mit weniger Bewegung verändern

Deine Muskeln können Glukose aufnehmen, sobald sie arbeiten. Bewegung öffnet dafür einen zusätzlichen Weg. Genau deshalb wirkt ein kurzer Gang nach dem Essen oft erstaunlich gut.

Auch die umgekehrte Richtung zeigt sich schnell. In einer Untersuchung gingen ältere Erwachsene zwei Wochen lang deutlich weniger Schritte als gewöhnlich und aßen weiter wie zuvor. Nach diesen vierzehn Tagen hatten sie etwas Muskelmasse am Bein verloren. Gleichzeitig kam ihr Körper mit dem Zucker aus einer Mahlzeit schlechter zurecht.

Ein kurzer Gang nach dem Mittagessen gegen die Müdigkeit nach dem EssenAI

Zwei Wochen passen mühelos in einen gewöhnlichen Alltag. Dasselbe gilt für eine Projektphase, in der du viele Stunden sitzt und am Abend kaum noch vor die Tür kommst.

Solche Tage verändern, wie deine Muskeln mit der Energie aus einer Mahlzeit umgehen. Seitdem betrachte ich das Mittagessen nicht mehr getrennt vom restlichen Tag.

Was sich seit gestern geändert hat Was das mit deinem Mittagessen macht
Zwei, drei kurze Nächte hintereinanderDein Körper braucht mehr Insulin für dieselbe Menge Zucker, bei völlig unverändertem Essen
Zwei Wochen kaum aus dem HausMuskelmasse und Zuckerverwertung geben nach, ohne dass du etwas anders isst
Hastig zwischen zwei Terminen gegessenDein Nervensystem bleibt oben, und die Verdauung kommt schwerer in Gang
Dieselbe Portion abends statt mittagsFällt oft weniger ins Gewicht, weil danach weniger Konzentration verlangt wird

Warum das Tief gerade mittags so stark wird

Am frühen Nachmittag sieht deine innere Uhr eine kleine Ruhephase vor. Fachleute sprechen vom Post-Lunch-Dip. Er zeigt sich sogar bei Menschen, die das Mittagessen auslassen.

Trifft diese natürliche Ruhephase auf die Verdauung einer größeren Mahlzeit, können sich beide Effekte verstärken.

Dazu kommt die Art, wie viele Menschen mittags essen. Ich selbst habe jahrelang im Stehen gegessen, mit dem Bildschirm vor mir und dem nächsten Termin bereits im Kopf. Die Mahlzeit dauerte vielleicht zehn Minuten. Innerlich war ich aber längst wieder bei der Arbeit.

Deine Verdauung arbeitet leichter, wenn dein Nervensystem vorher etwas herunterfährt. Genau dabei hilft der Vagusnerv, die eingebaute Bremse deines Körpers. Wer isst, während im Kopf schon die nächste Aufgabe läuft, gibt dieser Bremse kaum Gelegenheit, zu greifen.

Am Abend fällt dieselbe Portion oft weniger ins Gewicht, weil danach meist weniger Konzentration verlangt wird. Wie dein innerer Taktgeber Cortisol diesen Tagesverlauf mitsteuert, habe ich an anderer Stelle beschrieben.

Was auf dem Teller wirklich zählt

Schlaf, Bewegung und Tageszeit erklären viel. Die Zusammensetzung der Mahlzeit bleibt trotzdem wichtig.

Frau isst in Ruhe eine kleine Mahlzeit gegen die Müdigkeit nach dem EssenAI

Eine große Portion verlangt deinem Körper mehr Arbeit ab als eine kleine. Schnell verfügbare Kohlenhydrate lassen den Blutzucker stärker ansteigen. Eiweiß, Fett und Ballaststoffe bremsen die Aufnahme und halten länger satt.

Kartoffeln, Brot, Reis und Nudeln dürfen ihren Platz behalten. Entscheidend ist das Verhältnis zu Gemüse, Eiweiß und Fett.

Einen verbreiteten Ratschlag würde ich dabei gern einordnen. Oft heißt es, Gemüse und Eiweiß sollten vor den Kohlenhydraten gegessen werden. Gemessen wurde dieser Effekt vor allem bei Menschen mit leerem Magen. Nach einem ordentlichen Frühstück fällt die Reihenfolge beim Mittagessen deutlich weniger ins Gewicht, als viele Beiträge vermuten lassen.

Wichtiger bleibt die Menge. Viele essen mittags ihre größte Mahlzeit, obwohl danach noch mehrere Stunden Konzentration folgen. Eine etwas kleinere Portion kann dann mehr verändern als eine lange Liste angeblich perfekter Lebensmittel.

Was mir im Alltag wirklich geholfen hat

Der erste Schritt war Bewegung. Einmal um den Block, den Weg zurück ins Büro zu Fuß oder die Treppe statt des Aufzugs. Ruhiges Gehen reichte völlig aus. Selbst innerhalb der nächsten Stunde half mir eine kleine Runde.

Der zweite Schritt war eine kleinere Portion. Als ich die Menge etwas reduzierte und Gemüse sowie Eiweiß mehr Platz gab, blieb der Nachmittag spürbar leichter.

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Auch das Frühstück verdient einen Blick. Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes zeigte sich, dass ein ausgelassenes Frühstück die Werte nach späteren Mahlzeiten erhöhen kann. Für Gesunde lässt sich das nur eingeschränkt übertragen. Wer morgens wenig isst und mittags dafür sehr viel, fordert seinen Körper allerdings besonders stark.

Ein weiterer Schritt war Zeit. Zwanzig Minuten am Tisch fühlen sich anders an als zehn hastige Minuten vor dem Bildschirm.

Der stärkste Hebel lag für mich trotzdem am Abend davor. Sobald ich regelmäßiger und früher ins Bett ging, veränderten sich meine Nachmittage deutlicher als durch viele kleine Anpassungen am Essen.

Was du aus zwei Wochen Beobachtung lernen kannst

Eine Studie mit tausend Menschen zeigt dir, welche Unterschiede möglich sind. Wo du selbst darin stehst, erkennst du durch den Vergleich mit dir selbst.

Schreib zwei Wochen lang vier Dinge auf: wann du ins Bett gegangen bist, was und wie viel du mittags gegessen hast, wie viel du dich bewegt hast und wann die Müdigkeit kam. Ein paar ehrliche Stichworte reichen.

Das Muster entsteht erst, wenn einige schwere und einige leichte Nachmittage nebeneinanderliegen. Bei mir zeigte sich nach etwa zehn Tagen etwas Unerwartetes. Die schweren Nachmittage folgten fast immer auf kurze Nächte und viel seltener auf große Portionen.

Gleichzeitig sah ich, an welchen Tagen ich nachts um drei wach geworden war. Bei dir kann etwas völlig anderes herauskommen. Genau deshalb lohnt sich die eigene Beobachtung.

Kurze Umfrage

Woran liegt es bei dir, wenn ein Nachmittag besonders schwer wird?

Denk an die letzten Male, an denen dich das Mittagstief richtig erwischt hat. Was war an diesem Tag anders?

Klick an, was für dich gilt — danach siehst du, wie die anderen abgestimmt haben.

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Wenn dich fast jede Mahlzeit ausbremst

Manche Menschen reagieren deutlich stärker als der Durchschnitt. In der großen Untersuchung ließ sich eine Gruppe erkennen, deren Blutzucker nach dem Essen regelmäßig tiefer abfiel, während er bei anderen nach derselben Mahlzeit beinahe ruhig blieb.

Für diese Menschen greifen allgemeine Ratschläge oft zu kurz. Ihre Beschwerden sind real, und ihre eigene Beobachtung verdient mehr Gewicht als ein Mittelwert über die gesamte Gruppe.

Wenn dich nach fast jeder Mahlzeit eine schwere Müdigkeit überfällt, wenn Zittern, Herzklopfen oder Schwitzen dazukommen oder wenn Diabetes in deiner Familie vorkommt, sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt deines Vertrauens.

Und bei Kindern?

Bei Kindern sieht dasselbe von außen ganz anders aus. Ein Kind legt sich nach dem Mittagessen selten hin, sondern wird quengelig, streitlustig, oder es hält sich bei den Hausaufgaben nicht mehr. Dahinter steckt derselbe Vorgang wie bei dir, nur die Meldung sieht anders aus.

Besonders ins Gewicht fällt bei Kindern das Süße zwischendurch. Ein gesüßtes Getränk am Nachmittag geht schnell ins Blut und ebenso schnell wieder heraus, und danach kommt genau die Phase, in der gar nichts mehr geht.

Wie viel Schlaf ein Kind braucht, lässt sich schlecht in Stunden sagen, denn zwei Kinder derselben Klasse können weit auseinanderliegen. Die brauchbarere Frage ist, ob dein Kind morgens von allein hochkommt und am Vormittag wirklich da ist. Wenn beides stimmt, reicht sein Schlaf, auch wenn die Stundenzahl nicht zur Tabelle passt.

Was hilft, ist unspektakulär: nach dem Essen noch einmal raus, und seien es nur zehn Minuten. Bei Kindern wirkt das noch zuverlässiger als bei Erwachsenen, weil sie sich draußen von allein bewegen.

Mir ist eine ehrliche Einordnung wichtig

Rund um Blutzuckerkurven ist inzwischen ein großer Markt entstanden, der kontinuierliche Glukosesensoren auch an gesunde Menschen verkauft. Für Menschen mit Diabetes sind diese Geräte wichtig und oft unverzichtbar.

Bei gesunden Menschen fällt ihre Aussage begrenzter aus. Die Sensoren messen den Zucker in der Flüssigkeit zwischen den Zellen. Ihre Werte reagieren zeitversetzt, und verschiedene Sensoren können am selben Menschen unterschiedliche Zahlen zeigen.

Ein Sensor zeigt, wie hoch dein Zucker zu einem bestimmten Zeitpunkt war. Warum dein Nachmittag schwer wurde, erklären Schlaf, Bewegung, Portionsgröße, Tageszeit und Anspannung gemeinsam besser.

Wer jede kleine Zacke bewertet, beginnt schnell, gewöhnliche Mahlzeiten zu fürchten. Das wünsche ich niemandem.

Zur Ehrlichkeit gehört auch, dass manche Zusammenhänge bisher nur unvollständig untersucht sind. Wie stark Anspannung den Zuckerverlauf gesunder Menschen verändert, lässt sich aus den vorhandenen Daten nur begrenzt ableiten.

Was in diesem Beitrag steht, beschreibt häufige Muster. Dein eigener Körper kann davon abweichen, und genau deshalb bleibt deine Beobachtung so wertvoll.

Was mir von diesen Nachmittagen geblieben ist

Früher suchte ich den Fehler nach jedem schweren Nachmittag auf meinem Teller. Heute schaue ich zuerst auf die Nacht davor, auf meine Bewegung und auf den Vormittag, der bereits hinter mir liegt.

Das Essen bleibt wichtig, doch es steht selten allein. Dein Körper verarbeitet jede Mahlzeit in dem Zustand, in dem er an diesem Tag gerade ist.

Seitdem lese ich meine Müdigkeit anders. Sie sagt mir, wie viel Kraft noch da ist und an welcher Stelle mein Tag mehr Ruhe, Bewegung oder eine kleinere Portion braucht.

Dieser Blick hat mir eine Menge Ärger erspart. Ich wünsche dir, dass er auch deinen nächsten schweren Nachmittag ein wenig verständlicher macht.

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Häufige Fragen zur Müdigkeit nach dem Essen

Warum werde ich nach dem Essen so müde?

Nach dem Essen steigt dein Blutzucker und sinkt danach wieder, bei manchen Menschen sogar unter das Ausgangsniveau. Am frühen Nachmittag kommt der natürliche Durchhänger deiner inneren Uhr dazu. Wie stark es dich trifft, hängt allerdings ebenso von deinem Schlaf, deiner Bewegung und deiner Anspannung in den Tagen davor ab.

Warum macht mich dasselbe Essen mal müde und mal nicht?

Weil dein Körper jede Mahlzeit in dem Zustand verarbeitet, in dem er an diesem Tag gerade ist. Schon drei kurze Nächte verändern messbar, wie viel Insulin er für dieselbe Menge Zucker braucht, und zwei Wochen mit deutlich weniger Bewegung wirken in dieselbe Richtung.

Was hilft schnell gegen das Mittagstief?

Am verlässlichsten wirken zehn Minuten gehen nach dem Essen, weil deine Muskeln Glukose aufnehmen, sobald sie arbeiten. Vorbeugend helfen eine kleinere Portion am Mittag, zwanzig ruhige Minuten am Tisch und ein Abend, an dem du früh genug ins Bett kommst.

Brauche ich einen Blutzuckersensor?

Für gesunde Menschen lohnt sich das selten. Diese Geräte messen zeitversetzt, und verschiedene Sensoren können am selben Menschen unterschiedliche Zahlen zeigen. Zwei Wochen mit Zettel und Stift zeigen dir dein eigenes Muster deutlicher.

Wann sollte ich Müdigkeit nach dem Essen ärztlich abklären lassen?

Ein gelegentliches Tief ist normal. Wenn dich jedoch nach fast jeder Mahlzeit eine schwere Müdigkeit überfällt, wenn Zittern, Herzklopfen oder Schwitzen dazukommen oder wenn Diabetes in deiner Familie vorkommt, gehört das abgeklärt. Sprich dann mit einer Ärztin oder einem Arzt deines Vertrauens.

Quellen

Eine Studie misst viele Menschen und hält am Ende einen Mittelwert fest. Der beschreibt eine Gruppe – nicht dich, der du gerade nach einer Antwort für dein Leben suchst. Was für tausend Menschen im Schnitt stimmt, muss für den einen am Küchentisch noch nicht stimmen. Darum steht hinter jeder Quelle, wie belastbar sie ist und an wem sie erhoben wurde. Was davon zu dir passt, entscheidest am Ende du – oder die Fachperson, die dich behandelt und deinen Fall kennt.

Wyatt et al. (2021): Postprandial glycaemic dips predict appetite and energy intake in healthy individuals. Nat Metab. DOI ansehen★★★★ Große Messreihe mit Sensoren
Reichweite: 1.070 Menschen, 8.624 abgemessene Testmahlzeiten und dazu 71.715 Alltagsmahlzeiten. Sauber gemessen, die Zusammenhänge selbst sind aber schwach ausgeprägt.

Klingenberg et al. (2013): Acute Sleep Restriction Reduces Insulin Sensitivity in Adolescent Boys. Sleep. DOI ansehen★★☆☆ Kleines Laborexperiment
Reichweite: Nur 21 gesunde Jugendliche, drei Nächte mit verkürztem Schlaf. Klärt den Mechanismus, nicht die Alltagswirkung.

Breen et al. (2013): Two weeks of reduced activity decreases leg lean mass in healthy elderly. J Clin Endocrinol Metab. DOI ansehen★★☆☆ Kleines Experiment mit Älteren
Reichweite: Gesunde ältere Erwachsene, zwei Wochen mit deutlich weniger Schritten. Untersucht wurde vor allem die Muskelmasse, die Zuckerverwertung lief mit.

Jakubowicz et al. (2017): Influences of Breakfast on Clock Gene Expression and Postprandial Glycemia in Healthy Individuals and Individuals With Diabetes. Diabetes Care. DOI ansehen★★★☆ Kontrolliert getestet
Reichweite: Randomisierte Studie mit gesunden Menschen und Menschen mit Typ-2-Diabetes, jeder als eigene Vergleichsbedingung.

Selvin et al. (2023): Within-Person and Between-Sensor Variability in Continuous Glucose Monitoring Metrics. Clin Chem. DOI ansehen★★★★ Große Vergleichsmessung
Reichweite: 172 Erwachsene trugen zwei Sensoren gleichzeitig. Misst, wie stark die Geräte selbst streuen, nicht ihre Wirkung.

Studien recherchiert über PubMed.

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Dieser Beitrag schildert eine persönliche Sichtweise und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn deine Beschwerden anhalten, sprich bitte mit einer Ärztin oder einem Arzt deines Vertrauens.

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