Frau mit Hand am Bauch spürt ihr Bauchgefühl und die Darm-Hirn-Achse

Die Darm-Hirn-Achse einfach erklärt: Was dein Bauch erzählt

Vor ein paar Wochen saß ich abends auf der Couch und spürte einen Druck im Bauch, den ich mir nicht erklären konnte. Gegessen hatte ich nichts Ungewöhnliches, nur Reis mit Gemüse und dazu ein Glas Wasser. Trotzdem lag da dieses Ziehen, als hätte ich mittags deutlich zu viel gegessen und würde die Mahlzeit noch immer mit mir herumtragen.

Gleichzeitig ging mir ein Gespräch vom Nachmittag nicht aus dem Kopf, das ziemlich schiefgelaufen war. Ich ging es wieder und wieder durch, überlegte zum dritten Mal, was ich anders hätte sagen sollen, und während meine Gedanken immer unruhiger wurden, blieb auch der Druck im Bauch genau dort, wo er war.

Früher hätte ich diese beiden Dinge sauber voneinander getrennt. Der Bauch gehörte für mich zur Verdauung, und alles, was mich innerlich beschäftigte, lag in einer ganz anderen Schublade. Heute weiß ich, dass zwischen Bauch und Gehirn eine direkte Verbindung besteht, und an jenem Abend habe ich sie in beide Richtungen gespürt.

Das Wichtigste in Kürze

Die Leitung führt nach oben. Rund 80 Prozent der Fasern des Vagusnervs melden vom Körper ins Gehirn, nicht umgekehrt.

Dein Engpass entscheidet. Bei einem meldet sich der Darm, bei anderen der Rücken, der Kiefer oder der Schlaf.

Verträglichkeit schwankt. Was gestern gut ging und heute drückt, ist oft weniger Reserve und keine neue Unverträglichkeit.

Ärztlich abklären. Bei Blut im Stuhl, ungewolltem Gewichtsverlust oder Schmerzen, die dich nachts wecken.

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Was die Darm-Hirn-Achse eigentlich ist

Der Begriff klingt größer als die Sache dahinter. Gemeint ist die Verbindung zwischen deinem Verdauungssystem und deinem Gehirn, die nicht über einen einzigen Weg läuft, sondern über Nervenbahnen, das Immunsystem, Botenstoffe im Blut und Stoffwechselprodukte deiner Darmbakterien.

Der Bauch gehörte für mich zur Verdauung, und alles, was mich innerlich beschäftigte, lag in einer ganz anderen Schublade.

In der Darmwand sitzt außerdem ein eigenes Nervengeflecht, das viele Abläufe der Verdauung weitgehend selbst steuert. Manche nennen es deshalb das zweite Gehirn. Der Vergleich ist ziemlich groß geraten, trifft aber einen richtigen Kern: Dein Darm verarbeitet Informationen und steuert Bewegungen, während du gedanklich längst bei etwas völlig anderem bist.

Eine besonders wichtige Verbindung ist der Vagusnerv. Über ihn habe ich in meinem Beitrag zum Aktivieren des Vagusnervs ausführlicher geschrieben. Hier interessiert mich vor allem, was zwischen Bauch und Gehirn ausgetauscht wird und in welche Richtung die meisten Informationen fließen.

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Läuft die Verbindung vom Kopf zum Bauch oder umgekehrt?

Was zwischen Bauch und Gehirn passiert, hatte ich lange genau andersherum im Kopf. Ich dachte, der Kopf gibt die Richtung vor und der Bauch führt aus. Tatsächlich läuft ein großer Teil der Informationen in die andere Richtung.

Der Vagusnerv ist also keine Fernbedienung, mit der dein Gehirn den Bauch vollständig steuert. Er ist vor allem ein Meldeweg, über den Informationen nach oben gelangen: wie stark der Darm gedehnt ist, welche Nährstoffe gerade ankommen und welche Stoffe die Darmbakterien dabei bilden.

Das meiste davon erreicht dein Bewusstsein nicht. Du bemerkst eher das Ergebnis: ein flaues Gefühl im Magen, eine Unruhe, für die du keinen klaren Grund findest, oder einen Bauch, der drückt, obwohl du nichts Ungewöhnliches gegessen hast.

Warum Anspannung so oft zuerst im Bauch ankommt

Unter Stress stellt dein Körper seine Arbeit um. Alles, was für eine unmittelbare Reaktion weniger wichtig ist, bekommt vorübergehend weniger Aufmerksamkeit, und dazu gehört auch die Verdauung. Wer wirklich fliehen oder kämpfen müsste, würde sein Mittagessen in diesem Moment schließlich nicht in aller Ruhe verdauen.

Hält die Anspannung länger an, kann auch die Aktivität des Vagusnervs sinken. Bei Menschen mit einem Reizdarm liegt sie im Durchschnitt niedriger als bei Menschen ohne diese Beschwerden. Das beweist noch nicht, wodurch der Reizdarm entsteht, zeigt aber, wie eng Verdauung und Nervensystem miteinander verbunden sind.

Bei mir sah das über Monate so aus, dass ich in den Wochen mit schlechtem Schlaf deutlich weniger vertrug. Es kam nicht plötzlich und auch nicht dramatisch. Manche Mahlzeiten lagen einfach schwerer, der Bauch reagierte schneller, und erst als ich meinen chronischen Stress wirklich ernst nahm, wurde auch die Verdauung wieder ruhiger.

Frau sitzt ruhig mit einer Tasse Tee am Tisch, die Hand am Bauch — Anspannung zeigt sich bei vielen zuerst im BauchAI

Warum bei dir der Bauch reagiert und bei anderen der Rücken

Der Gedanke, der mir dabei am meisten geholfen hat, klingt zunächst unspektakulär: Jeder Mensch hat eine Stelle, die unter Belastung besonders empfindlich reagiert.

Bei einem Menschen ist es der Darm mit Blähungen oder Unverträglichkeiten, bei einem anderen der Rücken, beim nächsten der Kiefer oder der Schlaf. Welche Stelle sich bei dir zuerst meldet, sagt wenig darüber aus, wie schwer deine Belastung ist. Sie zeigt eher, wo dein Körper besonders schnell reagiert.

Wo sich Anspannung zuerst zeigt Woran du es merkst
DarmBlähungen, Druck nach dem Essen, wechselnde Verträglichkeit
Nacken und Kieferharte Muskeln am Nachmittag, nächtliches Zähnepressen
SchlafAufwachen in der zweiten Nachthälfte, unruhige Nächte
KopfGrübeln am Abend, Gedanken, die nicht zur Ruhe kommen

Deshalb bringt dich auch der Vergleich mit anderen Menschen kaum weiter. Wenn deine Kollegin dieselbe volle Woche ohne Bauchweh übersteht, geht es ihr nicht automatisch besser als dir. Vielleicht schläft sie schlechter, bekommt Kopfschmerzen oder bemerkt ihre Anspannung an einer ganz anderen Stelle.

Wie stark der Informationsfluss vom Körper zum Gehirn tatsächlich ist, zeigt eine Zahl, die meine Sicht auf dieses Thema verändert hat. In einer Übersichtsarbeit von Bonaz und Kollegen aus dem Jahr 2018 wird beschrieben, dass ungefähr 80 Prozent der Fasern des Vagusnervs Informationen aus dem Körper zum Gehirn tragen. Nur etwa ein Fünftel verläuft in die andere Richtung.

Das bedeutet nicht, dass sich jedes Bauchgefühl eindeutig erklären lässt. Es zeigt aber, dass dein Gehirn sehr viel mehr aus dem Körper erfährt, als du bewusst bemerkst.

Warum habe ich heute Bauchweh, obwohl ich gestern dasselbe vertragen habe?

Ziemlich lange habe ich nach dem einen Lebensmittel gesucht, das mir nicht bekommt. Ich führte Listen, ließ Dinge nacheinander weg und nahm sie später wieder dazu. Der Erfolg blieb überschaubar, weil eine Mahlzeit an einem Tag völlig unauffällig war und mich am nächsten plötzlich drückte.

Inzwischen sehe ich Verträglichkeit weniger als feste Eigenschaft und mehr als etwas, das sich mit meiner Tagesform verändert. Nach einer guten Nacht und einem ruhigen Tag kann dieselbe Portion gut funktionieren, die mich nach wenig Schlaf und vielen anstrengenden Stunden deutlich stärker belastet.

Die empfindliche Stelle bleibt vielleicht dieselbe, doch wie viel sie an einem bestimmten Tag aushält, kann schwanken. Wer diesen Unterschied übersieht, sucht monatelang nach einem einzelnen Stoff, obwohl sich möglicherweise nicht das Essen verändert hat, sondern die eigene Belastbarkeit.

Dieser Gedanke hat mich entlastet. Ich muss mich nicht für einen festen „Typ“ halten, der bestimmte Dinge grundsätzlich nie verträgt. Manchmal reagiert mein Bauch auf einen Zustand, und Zustände können sich wieder verändern.

Was eine große Mahlzeit mit deiner Nacht macht

Bei der Portionsgröße wird der Zusammenhang erstaunlich handfest. Eine sehr große Mahlzeit kann den Körper sechs bis sieben Stunden beschäftigen. Je mehr du isst, desto mehr Sauerstoff und Energie braucht die Verdauung, um diese Menge zu verarbeiten.

Große Mahlzeit um 20 Uhr Essen Verdauung arbeitet · 6 bis 7 Stunden Ruhe 23 Uhr · ins Bett 3 Uhr · erst jetzt fertig 20 Uhr 7 Uhr Du schläfst, dein Körper arbeitet weiter. Der Puls bleibt höher und der Schlaf wird flacher.

Isst du spät und reichlich, kann diese Arbeit bis weit in die Nacht hineinreichen. Oft bemerkst du das nicht direkt nach dem Essen, sondern erst am nächsten Morgen: Der Puls lag nachts höher, der Schlaf war unruhiger, und du wachst auf, als hättest du kaum richtig geschlafen. Wie sich das anfühlt, beschreibe ich ausführlicher in meinem Beitrag über Morgenmüdigkeit.

Ein Sportler, von dem ich gelesen habe, stellte seine Ernährung von drei großen Mahlzeiten auf mehrere kleinere um und schlief danach deutlich ruhiger. Über den Tag aß er ungefähr dieselbe Menge, er verteilte sie nur anders. Genau das fand ich interessant, weil nicht das einzelne Lebensmittel entscheidend war, sondern die Menge, die der Körper auf einmal verarbeiten musste.

Frau steht in einer hellen Küche mit Zitronen und legt die Hand auf den Bauch — die Darm-Hirn-Achse meldet sich im AlltagAI

Warum habe ich bei Stress keinen Hunger und esse abends umso mehr?

Wie kann dein Körper Hunger erzeugen, während du davon kaum etwas bemerkst? Dieser Widerspruch hat mich lange beschäftigt. Nach akutem Stress kann das Hungerhormon steigen, während das Sättigungshormon sinkt. Eigentlich müsste sich der Hunger dadurch deutlicher melden, und trotzdem bleibt an solchen Tagen das mitgebrachte Brot im Büro liegen.

Du arbeitest weiter, übergehst die Pause und stellst erst am Abend fest, wie wenig du gegessen hast. Dann kommt der Hunger mit voller Kraft zurück, und aus einer kleinen Mahlzeit wird schnell alles, was tagsüber ausgefallen ist. Dasselbe Muster steckt hinter der Müdigkeit nach dem Essen.

Das Hungersignal kann also vorhanden sein, ohne dass es deine Aufmerksamkeit erreicht. In einer Untersuchung mit Pflegekräften war fast die Hälfte am Ende der Schicht messbar dehydriert, ohne den eigenen Flüssigkeitsmangel bemerkt zu haben. Das hat wenig mit fehlender Disziplin zu tun. Unter hoher Belastung drängen sich manche Signale in den Vordergrund, während Hunger und Durst leichter überhört werden.

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Was du selbst ausprobieren kannst

Vier Dinge haben bei mir tatsächlich etwas verändert, und keines davon kostet Geld oder erfordert eine Anschaffung. Wenn dein Tag durch Schichtdienst, Pflege oder kleine Kinder anders läuft, geht es bei allen vieren um das Muster und nicht um die Uhrzeit.

Atme vor dem Essen einige Minuten langsamer. Ich atme ungefähr vier Sekunden ein und sechs Sekunden aus, sodass ich auf etwa sechs Atemzüge pro Minute komme. Für mich funktioniert das vor der Mahlzeit besser als danach, weil ich ruhiger zu essen beginne und nicht erst reagiere, wenn der Bauch bereits drückt.

Geh nach der Hauptmahlzeit zehn Minuten. Dafür brauchst du weder Tempo noch Sportkleidung. Eine ruhige Runde um den Block genügt, und bei mir zeigte sich der Unterschied nicht sofort, sondern erst nach einigen Tagen.

Verteile eine große Abendmahlzeit auf zwei kleinere Portionen. Statt um acht Uhr sehr viel zu essen, kannst du einen Teil früher essen und später noch eine Kleinigkeit ergänzen. Die Gesamtmenge muss dadurch nicht kleiner werden, aber dein Körper muss nicht alles auf einmal verarbeiten.

Iss einige Wochen lang dasselbe Frühstück. Wenn jeden Morgen etwas anderes auf dem Teller liegt, lässt sich später kaum zuordnen, worauf der Bauch reagiert hat. Erst die Wiederholung zeigt, ob wirklich ein Lebensmittel auffällt oder ob Schlaf, Stress und Tagesform den größeren Unterschied machen.

Genauso wichtig war für mich, was ich weggelassen habe. Ich führe keine langen Listen mit verbotenen Lebensmitteln mehr, weil sie am Ende mehr Anspannung erzeugt als Beschwerden gelöst haben.

Bei einem Teil der Menschen liegt es allerdings wirklich am Essen, und für sie gilt dieser Absatz nicht. Wenn sich deine Beschwerden über Monate an denselben Lebensmitteln festmachen lassen, gehört das untersucht statt beobachtet, denn Dinge wie eine Zöliakie oder eine Laktoseunverträglichkeit lassen sich feststellen.

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Wann meldet sich dein Bauch am ehesten?

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Was Probiotika wirklich leisten

Bei Probiotika lohnt sich ein nüchterner Blick, denn kaum ein Regal in der Drogerie verspricht so viel wie dieses. Eine 2023 in der Fachzeitschrift Gastroenterology veröffentlichte Auswertung betrachtete 82 Untersuchungen mit mehr als 10.000 Menschen, die unter einem Reizdarm litten.

Das Ergebnis fiel zweigeteilt aus. Einzelne Bakterienstämme verbesserten bestimmte Beschwerden, doch bei fast allen Auswertungen stuften die Autoren die Sicherheit der Belege als niedrig oder sehr niedrig ein. Einfach gesagt: Es kann helfen, aber niemand kann dir vorher sicher sagen, ob genau dieses Produkt bei dir etwas verändert.

Beruhigend war zumindest, dass unerwünschte Wirkungen in 55 Untersuchungen mit mehr als 7.000 Menschen nicht häufiger auftraten als in den Vergleichsgruppen. Wer ein Probiotikum ausprobieren möchte, sollte deshalb nicht alle paar Tage das Produkt wechseln, sondern einen Stamm über mehrere Wochen beobachten und kurz notieren, was sich verändert.

Frau isst entspannt in der Küche und tut ihrem Darm etwas GutesAI

Und wenn dein Kind über Bauchweh klagt?

Kinder zeigen Anspannung häufiger über den Bauch als Erwachsene, auch weil ihnen für vieles noch die passenden Worte fehlen. Ein Kind sagt selten: „Mir wird gerade alles zu viel.“ Es sagt eher, dass der Bauch wehtut.

Bei Kindern in meinem Umfeld ist mir aufgefallen, dass der Zeitpunkt manchmal mehr verrät als die genaue Beschreibung. Bauchweh am Sonntagabend oder Montagmorgen, das in den Ferien verschwindet, passt zu einer anderen Situation als Schmerzen, die regelmäßig nach dem Essen auftreten.

Eine Frage kann deshalb ein guter Anfang sein: Frag nicht sofort nur, was dein Kind gegessen hat, sondern auch, was an diesem Tag passiert ist. Manchmal kommt die entscheidende Antwort erst dann.

Bei Kindern sollte man Beschwerden trotzdem früher abklären lassen als bei Erwachsenen. Anhaltende Schmerzen, ungewollter Gewichtsverlust, Blut im Stuhl oder Schmerzen, von denen ein Kind nachts aufwacht, sollten zeitnah ärztlich abgeklärt werden.

Mir ist eine ehrliche Einordnung wichtig

Zur Darm-Hirn-Achse wird derzeit viel geschrieben, und manche Versprechen gehen deutlich weiter als die Forschung. Dass Darm und Gehirn miteinander verbunden sind, gilt als gesichert. Wie stark einzelne Darmbakterien deine Stimmung beeinflussen und welche Veränderungen sich gezielt behandeln lassen, ist dagegen weiterhin offen.

Viele Ergebnisse stammen aus Tierversuchen. Was bei Mäusen im Labor beobachtet wird, lässt sich nicht ohne Weiteres auf deinen Dienstagabend übertragen. Für mich ist die Verbindung gut belegt, während die großen Versprechen rund um bestimmte Bakterien, Produkte und schnelle Veränderungen oft zu weit gehen.

Wenn du ungewollt Gewicht verlierst, Blut im Stuhl bemerkst, nachts von Schmerzen aufwachst oder deine Beschwerden über längere Zeit zunehmen, brauchst du eine ärztliche Untersuchung und keinen weiteren Selbstversuch.

Was mir am Ende geholfen hat

Der größte Unterschied kam bei mir am Ende nicht durch ein bestimmtes Lebensmittel. Er kam, als ich aufgehört habe, meinen Bauch wie einen Gegner zu behandeln.

Mein Bauch reagiert häufiger, wenn in meinem Leben zu viel gleichzeitig passiert. Das ist unbequem, aber es gibt mir auch einen Hinweis darauf, dass ich nicht nur auf das Essen schauen sollte. Manchmal liegt ein Teil der Antwort in der Nacht davor, im Gespräch am Nachmittag oder in den Stunden, in denen ich keine Pause gemacht habe.

An jenem Abend auf der Couch habe ich schließlich das Fenster geöffnet und bin eine Runde um den Block gegangen. Nach zwanzig Minuten atmete ich ruhiger. Das Gespräch vom Nachmittag beschäftigte mich noch immer, aber es saß nicht mehr genauso schwer in meinem Bauch.

Wenn dich das Thema weiter beschäftigt, findest du auf meiner Seite auch Beiträge über das Senken von Cortisol und über das Aufwachen um drei Uhr nachts.

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Häufige Fragen zur Darm-Hirn-Achse

Was ist die Darm-Hirn-Achse einfach erklärt?

Damit ist die Verbindung zwischen deinem Verdauungssystem und deinem Gehirn gemeint. Sie läuft über Nervenbahnen, über das Abwehrsystem, über Botenstoffe im Blut und über die Stoffwechselprodukte deiner Darmbakterien. Die wichtigste Nervenverbindung ist der Vagusnerv, und er trägt Meldungen vor allem nach oben.

Kann Stress wirklich auf den Darm schlagen?

Ja, und der Weg dahin ist bekannt. Unter Anspannung fährt dein Körper die Verdauung herunter, weil er sie in diesem Moment nicht braucht. Anhaltende Anspannung dämpft zusätzlich die Aktivität des Vagusnervs, die bei Menschen mit einem Reizdarm im Mittel niedriger ausfällt als bei anderen.

Sind Blähungen ein Zeichen für Stress?

Sie können unter Anspannung häufiger auftreten, weil der Körper die Verdauung dann herunterfährt. Ein Beweis sind sie nicht. Blähungen haben viele Ursachen, von der Zusammensetzung einer Mahlzeit bis zu einer Unverträglichkeit, die sich feststellen lässt. Halten sie über Wochen an oder kommen andere Beschwerden dazu, gehört das ärztlich abgeklärt.

Helfen Probiotika bei Bauchbeschwerden?

Manchmal. Eine Auswertung von 82 Untersuchungen mit über 10.000 Menschen fand für einzelne Bakterienstämme eine Wirkung, stufte die Sicherheit der Belege aber bei fast allen Auswertungen als niedrig bis sehr niedrig ein. Unerwünschte Wirkungen traten nicht häufiger auf als in den Vergleichsgruppen. Wer es ausprobiert, sollte einen Stamm über acht Wochen nehmen und mitschreiben.

Wann sollte ich mit Bauchbeschwerden zum Arzt?

Bei anhaltenden Schmerzen, bei ungewolltem Gewichtsverlust, bei Blut im Stuhl und wenn du nachts von den Schmerzen wach wirst. Das gilt für Erwachsene und für Kinder, bei Kindern liegt die Grenze noch etwas enger.

Quellen

Eine Studie misst viele Menschen und hält am Ende einen Mittelwert fest. Der beschreibt eine Gruppe – nicht dich, der du gerade nach einer Antwort für dein Leben suchst. Was für tausend Menschen im Schnitt stimmt, muss für den einen am Küchentisch noch nicht stimmen. Darum steht hinter jeder Quelle, wie belastbar sie ist und an wem sie erhoben wurde. Was davon zu dir passt, entscheidest am Ende du – oder die Fachperson, die dich behandelt und deinen Fall kennt.

Bonaz et al. (2018): The Vagus Nerve at the Interface of the Microbiota-Gut-Brain Axis. Front Neurosci 12:49. DOI ansehen★★☆☆ Übersichtsarbeit ohne eigene Messung
Reichweite: Fasst den Kenntnisstand zum Vagusnerv zwischen Darm und Gehirn zusammen. Die Aufteilung der Nervenfasern ist anatomisch gut gesichert, die Arbeit selbst misst nichts Neues.

Goodoory et al. (2023): Efficacy of Probiotics in Irritable Bowel Syndrome: Systematic Review and Meta-analysis. Gastroenterology 165(5):1206–1218. DOI ansehen★★★★ Auswertung vieler Studien
Reichweite: Systematische Übersicht und Meta-Analyse aus 82 Studien mit 10.332 Menschen mit Reizdarm. Einzelne Bakterienstämme wirkten, doch die Autoren stufen die Sicherheit der Belege bei fast allen Auswertungen selbst als niedrig bis sehr niedrig ein.

El-Sharkawy et al. (2015): Hydration amongst nurses and doctors on-call. Clin Nutr 35(4):935–42. DOI ansehen★★☆☆ Beobachtung im Dienst
Reichweite: 88 Pflegekräfte und Ärzte über 130 Schichten, ohne Kontrollgruppe.

Studien recherchiert über PubMed.

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Dieser Beitrag schildert eine persönliche Sichtweise und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn deine Beschwerden anhalten, sprich bitte mit einer Ärztin oder einem Arzt deines Vertrauens.

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