Was ist Melatonin?

Melatonin ist vor allem als Schlafhormon bekannt, doch es ist weit mehr als das. Entscheidend ist, woher es kommt. Melatonin entsteht am Ende einer ganzen Kette: Aus der Aminosäure Tryptophan, die du über die Nahrung aufnimmst, bildet dein Körper zunächst den Botenstoff Serotonin, und aus diesem Serotonin wird schließlich das Melatonin. Fehlt am Anfang der Rohstoff Tryptophan oder gerät die Kette ins Stocken, fehlt am Ende auch das Melatonin.

Und genau hier kommt dein Darm ins Spiel, was die wenigsten wissen. Melatonin wird nämlich nicht nur in der Zirbeldrüse im Gehirn gebildet, sondern zu einem großen Teil im Darm selbst. Dort liegt der Melatonin-Spiegel sogar um ein Vielfaches höher als im Blut. Deine Darmbakterien steuern den Tryptophan-Stoffwechsel entscheidend mit, und deshalb ist ein gesundes Mikrobiom eine der wichtigsten Grundlagen dafür, dass dein Körper überhaupt genug Melatonin herstellen kann. Ein aus dem Gleichgewicht geratener Darm kann sich also bis in deinen Schlaf hinein bemerkbar machen.

Für den Rhythmus bleibt das Prinzip einfach: Sobald es dunkel wird, steigt der Melatonin-Spiegel an und stimmt deinen Körper auf die Nacht ein, gegen Morgen fällt er wieder ab. Der größte Störfaktor ist Licht am Abend, vor allem das bläuliche Licht von Bildschirmen. Es gaukelt dem Gehirn vor, es sei noch Tag, und bremst die Melatonin-Bildung aus. Wer gegensteuern will, dimmt abends das Licht, nutzt warme Lichtquellen oder einen Blaulichtfilter.

Zum Schluss noch ein Punkt, der Melatonin so besonders macht: Es ist zugleich eines der stärksten Antioxidantien, die dein Körper kennt, wirksamer noch als Vitamin E. In der Nacht fängt es schädliche freie Radikale ab und schützt so deine Zellen. Dein nächtlicher Schlaf ist damit auch eine stille Reparatur- und Schutzzeit, in der dein Körper aufräumt und sich regeneriert.

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Quelle

Eine Studie misst viele Menschen und hält am Ende einen Mittelwert fest. Der beschreibt eine Gruppe – nicht dich, der du gerade nach einer Antwort für dein Leben suchst. Was für tausend Menschen im Schnitt stimmt, muss für den einen am Küchentisch noch nicht stimmen. Darum steht hinter jeder Quelle, wie belastbar sie ist und an wem sie erhoben wurde. Was davon zu dir passt, entscheidest am Ende du – oder die Fachperson, die dich behandelt und deinen Fall kennt.

Touitou (2005): Melatonin: what for? Bull Acad Natl Med. Studie ansehen★☆☆☆ Übersicht ohne eigene Messung
Reichweite: Fasst den Kenntnisstand zusammen, misst selbst nichts.

Recherchiert über PubMed. Stand: 9. Juli 2026.